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meine erfahrungen, die ich seit '96 größtenteils auf der ostsee boddengewässer und nordsee mit meinem acat_bimare bj '80 als wanderboot gemacht habe und zwar langstreckenmässig,

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oslotour mike stolle '03

meine grösste tour bis jetzt, stralsund - göteborg - oslo - skagen - jammerbucht - grosser belt - stralsund in 2003, dauer 1 monat, (natürlich in etappen, 1-2 am tag, längste nonstopfahrt falster- malmö ca.110 km) ich habe im laufe der jahre meine taktik und technik immer mehr verbessert, habe auch negative erlebnisse, brüche und defekte gehabt, aber das boot gibts immer noch, ausser, daß ich die beams jetzt mal austauschen muss, macht es noch einen sehr soliden eindruck, man kann so ein leichtes boot natürlich auf dauer nur heil durchbringen, wenn man sich einen sehr materialschonenden fahrstil aneignet, d.h. 1 rumpf sollte geflogen werden, günstiger winkel zur welle, notfalls tempo vermindern, kein festes ziel haben, notfalls ziel ändern, im schlimmsten fall sogar etappe zurück, bei schlechtem wetter an land warten, immer die ruhe bewaren, wetterbericht lesen, viel zeit in reserve haben.

bei kap arkona

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mein segel equipment sind kompass, gps-handy, notsender, 7mm neoprenanzug+ 7mm weste+schuhe, wollmütze, segeljacke mit kapuze, 130l ortliebsack, extra trockensäcke für doppelten schutz, 2mann doppelwandzelt (passt exakt auf trampolin), isomatte, schlafsack, 10 tupperdosen ca.1liter für hauptsächlich trockenes (spagetti, reis, kaffeeweisser statt milch, müsli, tee, kaffee, kekse, tütensuppen, ) 5l wasserbehälter, gemüse-wurstbüchsen, campingkocher, kartuschen, vitamin-brausetabletten, frisches obst und gemüse wird unterwegs nachgekauft, gaffa, werkzeug, 50cm alupflock zum bootfestmachen, alle sachen kommen komplett in den grossen ortlieb-rucksack, welcher mit einem losen 2m seil am vorderen beam gesichert wird, und nach jedem manöver (auf langstrecken gibts ja weniger davon) auf die luvseite gezogen wird, trapez fahr ich auch nicht, in die rümpfe wird bei mir garnichts verstaut, ausser eine tüte für müll, zum aufrichten (bin seit jahren nicht mehr gekentert) könnte man im notfall den ortliebsack mit nutzen, indem man ihn auf den rücken schnallt

ich hab noch nie nasse klamotten oder schlafsack gehabt, selbst wenn es 1 woche lang durchregnete,

dragor, südlich von kopenhagen

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die unangenehmsten erlebnisse sind die gewitter an land, ich muss dann den mast legen (1.wegen blitzschlag und 2. böen können das leichte boot wegen des profilmastes schonmal wegblasen) und noch schlimmer sind die flauten, da es keinen motor gibt, kurze strecken kann man mit den steckschwertern paddeln aber für längere strecken überlege ich mir gerade eine variante mit 2 leichten rudern, die man extra mitnehmen müsste
meine grundaussage ist: es ist nicht ungefährlich, man sollte sich immer der gefahren bewusst sein und rechtzeitig reagieren, aber wer auf einen hohen adrenalinspiegel steht und manche ungemütlichkeit erträgt, wird mit sachen belohnt, von denen ein "normaler" segler nur träumt, wer nichts wagt, der nichts gewinnt, und obendrein ist es eine sehr preisgünstige segelvariante.

das mit der flaute über nacht ist mir auch schon passiert und zwar genau auf der mitte zwichen rügen und schweden blieb allmählig der wind weg, ich hab mir ausgerechnet, daß ich nicht mehr am selben tag ankommen würde, so blieb mir nichts anderes übrig, als beizudrehen, segel runterzuholen, meinen schlafsack auf dem trampolin auszubreiten, und mitten auf der ostsee zu übernachten, wunderbar, schiffsstrasse war auch weit weg, das wasser ziemlich glatt, einer der längsten tage ende juni, der himmel war klar und hell und die luft warm, am horizont konnte man noch die klippen von moen sehen, früh gegen 3.00 kam dann wieder eine leichte brise die sich 3h später bis zu einer 5 entwickelte und ich fuhr in die morgendämmerung hinein richtung schweden, hab am strand gleich weitergeschlafen.

zum thema segeln in der gruppe mit mehreren booten stell ich mir nicht so einfach vor, ich glaube, daß ein boot in schwerem wetter dem anderen nicht mehr helfen kann, es bringt sich eher noch selbst in gefahr, es mangelt dann auch an kommunikationsmöglichkeiten um entscheidungen zu treffen oder kurs zu wechseln, handy, funkgerät, etc. dürfte man bei schwerem wetter kaum noch nutzen können, rufen funktioniert auch nicht mehr, die bessere lösung ist, mehrere personen auf einem boot, oder alleine fahren.

ein leichtes boot stellt für mich ebenfalls eine grössere sicherheit dar, weil man es am strand im brandungsbereich einfacher händeln kann, (ich denke da besonders an mein nordseeerlebnis jammerbucht nordwest stärke4-5 fast schon atlantikbrandung) mein boot wiegt 100 kg ohne gepäcksack, lässt sich noch passabel alleine anheben indem ich unter dem mastbeam anfasse das boot ausstemme und auf dem heck schleifend den strand hochziehe, damit es im trockenen steht, zu diesem zwecke habe ich mir die hecks den letzten meter nocheinmal untenherum mit laminat verstärkt, (glasfaser und eine dose polyester gehört sowieso immer zu meinem reparaturset für unterwegs) ausserdem lässt sich ein leichtes boot besser aufrichten und wartungsarbeiten an land bei denen man das boot alleine auf die seite legt, lassen sich besser ausführen.

letzter breiter sandstrand träslövsläge bei varberg, boot mit alupflock gesichert, drauf übernachtet

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OSLOTOUR

(stralsund,öresund kattegat bis varberg übergehe ich gleich mal, obwohl das auch nicht langweilig war)

der hauptgrund, diese reise zu machen war für mich herauszufinden, ob man mit dem katamaran überhaupt in diesem revier, schwedische westküste kattegat/skaggerak teilweise grosse welle und mit seinen tausend felseninseln überhaupt fahren kann, und man überhaupt geeignete anlegeplätze (sprich strände) findet, ums gleich vorweg zu nehmen, es gibt strände, aber man muss sie finden, und sie sind manchmal nur so breit wie das boot, sie befinden sich in der regel auf der vom meer abgewandten seite einer insel , mit vorliebe in buchten und so nah wie möglich zum festland, sehen in der regel traumhaft aus und sind jedesmal ein geschenk gottes, am anfang war ich mir darüber noch nicht so sicher, meine anfangsexperimente das boot auf einen flachen stein zu ziehen habe ich einmal und nie wieder praktiziert (extrem kraftraubend weil glitschiger untergrund)

boot auf stein gezogen

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in der regel fährt man im schutz der inseln, (die schlimmsten wellen sind eigentlich immer die von den 1000 motorbooten die dort scheinbar ohne geschwindigkeitsbegrenzung fahren und einen richtig ärgern können) aber es gibt passagen (zum glück nur kurze), an denen man auf's offene meer fahren muss und dann kann es richtig ungemütlich werden, weil vor den inseln unangenehme welleneffekte auftreten (grundseen, strömungen und reflexionen gleichzeitig) die auch noch dann stattfinden, wenn gar kein wind ist, und man gewissermassen im zeitlupentempo an den felsen vorbeidümpelt und sich das boot (das ist der grösste nachteil eines katamarans) langsam kaputtschaukelt,


und genau das ist mir dann auch passiert, auf höhe lysekil hatte ich mein erstes grosses problem, die wellen haben das boot auf einer zwar nur kurzen passage (schmale ausfahrt zwichen 2 inseln aufs offene meer) dermassen gebeutelt, (auch durch den überlangen mast) es fehlte auch der nötige druck vom wind, der das boot stabilisiert hätte, ist mir die vordere rechte vorstag-aufhängung (edelstahl) am rumpf glatt in der mitte abgebrochen, jetzt hielt der mast nur noch an 3 statt 4 seilen, stand zwar immer noch, machte aber furchtbare schlagbewegungen, ich konnte es nicht mit ansehen, ich trieb genau auf die felsen zu, wo das boot unwiederbringlich zerschellen würde, ich hatte vielleicht noch 10 min zeit, ich nahm mir eine seilschlinge legte sie vorn um den rumpf (bei dem wellengang) und versuchte dort den vorstag provisorisch zu befestigen, beim vielleicht 20ten versuch ist mir das dann auch gelungen, nachdem ich schon sämtliche nerven verloren hatte und die felsen immer näher kamen, ich fuhr bis ins nächste fischerdorf, wo mir selbstverständlich ein netter schwedischer fischer ein neues ersatzteil kostenlos gebaut hat, mich noch zum abendessen einlud und mir mit grosser bewunderung viel glück für die weitere reise wünschte, im nachhinein würde ich nicht den teufel an die wand malen, mit der richtigen fahrtechnik kommt man durch solche wellen durch, ich verlagere dazu mein gewicht sehr weit nach hinten, das bremst zwar die fahrt, aber dafür schaukelt das boot jetzt die welle viel geschmeidiger ab, -- vielleicht an der stelle noch ein anderer trick der mir auch in anderen situationen gute dienste leistet: wie ich schon erwähnte, fahre ich immer ohne trapez, (ist auch bei grossen wellen kaum noch möglich, und zu gefährlich) dafür habe ich aber extra einen fetten gepäcksack in luv als zusatzgewicht, jetzt nutze ich das freie trapezseil, um den mast nochmal nach hinten am achterbeam abzuspannen, damit erreiche ich einen absolut festen stand des mastes, ich glaube auch dadurch einen grösseren windstärkebereich fahren zu können, weil ich die achterliche stützung des mastes durch das grossschot nicht mehr benötige, und im notfall bei viel wind mehr druck aus dem segel nehmen kann (mein segel lässt sich übrigens nicht reffen) man muss nur aufpassen, daß man vor jedem manöver das seil löst, sonst kann das segel nicht auf die andere seite überschlagen.

insel rörö bei göteborg, einer der seltenen regentage

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thema tiefgang: es gibt in diesem revier mit dem katamaran eigentlich überhaupt kein problem versehentlich auf einen stein zu fahren, wenn man aufpasst, alles was man mit den augen nicht sieht, ist auch nicht gefährlich, das wasser ist sehr klar ,ausserdem würde man es an der wellenstruktur erkennen, wenn sich plötzlich ein stein 50cm unter der wasseroberfläche befände, ich fahre auch wo es möglich ist, mit hochgezogenen schwertern

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mir fallen im nachhinein vor allem die negativeren erlebnisse ein, die sich aber später im gesamtkunstwerk als positiv herausgestellt haben, ich bin immer dankbar für negative erlebnisse, wenn man was dabei lernen kann, die nächsten tage lysekil richtung norden waren von flauten und jahrhundertsommer (’03) geprägt, die morgenthermik hat mich früh erstmal 3 km raus aufs meer gebracht, ab dann war absolute windstille und hitze, so hiess es für mich cool bleiben, neoprener aus und in der sonne räkeln, das kann man aber höchstens 3 stunden lang machen, dann gibts sonnenbrand, und da zeigt sich der zweite grosse vorteil des neoprenanzugs, er schützt vor sonne und hat, wenn man ab und zu mal damit ins wasser geht, einen kühlenden effekt,


es ging dann 2 tage mit nur jeweils ca. 20km vorwärts, aber am nächsten tag hab ich dann alles wieder aufgeholt, gings mit 6bft achterlicher wind, im schutz der inseln, dem ziel oslo entgegen, etmal 120km, sämtliche motorboote überholt, nur leider (damals hatte ich noch kein gps) habe ich mich verfahren, bin in den falschen fjord reingefahren (bei strömstadt) hätte ich eigentlich gleich merken müssen, der hauptstrom an motor und segelbooten war weg, aber der wind war jetzt so stark, daß ich nicht mehr umdrehen konnte und wollte und ich hatte die hoffnung, daß es am ende vielleicht doch noch einen hinterausgang geben würde, wie es die tage zuvor auch öfters geklappt hat, dem war aber nicht so, ich war nur noch umgeben von hohen bergen und der fjord wurde immer schmaler, ein sehr beklemmendes gefühl, ich tröstete mich damit, daß ich jetzt wenigstens halbwegs geschützt war, denn der wind hatte noch weiter zugenommen, bin den fjord weitergefahren, bis er in einem flachen sandig-schlammigen untergrund endete, dann umgedreht, um eine stelle für übernachtung zu finden, es gab, wie so oft, nur eine einzige, die war aber vom feinsten,

bei strömstadt, rückfahrt aus falschem oslofjord

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hobbybergsteiger kommen sowieso die ganze schwedische westküste voll auf ihre kosten, doch vorsicht, immer schön den weg einprägen, sonst findet man nicht mehr zurück, der abend endete noch mit gewitter und regenguss, ich stand gut geschützt, nächsten tag musste ich den ganzen fjord wieder rauskreuzen, gegen mittag war ich dann wieder auf offener see, der wind war auch fast abgeflaut und es gab noch eine restsee vom sturm in verbindung mit grundsee (dümpel) es gab nur einen einzigen kurs, der halbwegs fahrbar war (ich wollte auch aus dem flachwasserbereich raus) und der ging richtung nordwest über das oslofjord rüber, entferung 35km, weiter draussen wurde die see auch ruhiger und der wind und die sonne kam auch wieder, so daß ich in kurzer zeit drüben war,
der folgende tag war dann osloendspurt, habe wieder ein etmal von 80-100 km hingelegt (etmal heisst bei mir, zurückgelegte entfernung von 8-18.00 incl. mittagspause) in oslofjord hinein mit kräftigem rückenwind, optisches merkmal ist die skischanze am holmenkollen, die schon weit sichtbar ist, irgendwie wirds hier auch immer schöner, man hat das gefühl in einem alpensee zu fahren, die winde sind hier hauptsächlich von thermik geprägt immer aus süden und können hohe stärken erreichen, die gezeitenströmung wird auch immer stärker und ich malte mir jetzt schon aus, wie anstrengend es sein wird, hier wieder rauszukreuzen, zumal man die ganze zeit die sonne im gesicht haben würde, ein nicht unwesentlicher aspekt, ich habe auf einer wunderschönen insel namens "ostoya" übernachtet mit blick auf oslo, bin nächsten tag von netten leuten zum frühstück eingeladen wurden, terrasse am wasser, viel sonne wie angeblich seit ewigen jahren nicht mehr, wurde augenzeuge eines phänomens , extreme brandungserscheinungen der vorbeifahrenden fährschiffe, (signalhorn mit unglaublichem echoeffekt) stellen eine absolute gefahr für strandkatamarane dar, die wellen knallen ungebremst ans ufer, haben an der kaimauer fontänen von über 10m höhe erzeugt, mir blieb glatt das käsebrötchen im hals stecken, zum glück stand mein boot auf der anderen seite der insel, also merke, im oslofjord boot immer ganz weit rausziehen,
ehe ich die rückfahrt antrat, habe ich noch einen abstecher in den osloer hafen gemacht, um das beweisfoto zu schiessen, habe aber nie einen fuss auf oslo gesetzt, ich wollte ja mein zeitguthaben nicht über gebühr beanspruchen und hatte noch eine menge vor mir.

oslo beweisfoto

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neben allen unannehmlichkeiten und entbehrungen die man erleiden muss,
habe ich mal aufgelistet (tagebuch hab ich ja auch geschrieben), was man sich bei so einer fahrt alles gutes antut

1 monat lang: keine uhrzeit, kein radio, keine musik, keine nachrichten, kein fernsehen, keine bildzeitung (les ich zu hause auch nicht), kein computer mit der typisch ungesunden sitzhaltung, kein alkohol (bis auf einladungen), früh aufstehen (mach ich zu hause auch nicht),
stattdessen permanent: frischluft, sonne, bewegung, bewusster und weniger essen, abnehmen, an grenzen gehen, disziplin, durchhaltevermögen, lernen der physikalischen verhältnisse von boot, material, wellen, wind, wetter, natur, respekt, unterordnung, demut, überleben, improvisation, survival, selbsterkenntnis, körpergefühl
also zum grossen teil wichtige sachen, die in der heutigen gesellschaft kaum noch vermittelt werden,
ausserdem konnte ich in schweden, dänemark, norwegen sehr gut meine englischkenntnisse auffrischen (hier spricht man gut englisch) und ich hatte ein dickes buch zum lesen für flautentage mit, was ich zuhause nie gelesen hätte, also es ist keine verschenkte zeit, es bringt einen weiter, und man kann seine kenntnisse im normalen berufsalltag weiternutzen,

aber es gab auch weniger positive momente, eine magenverstimmung hat mich schon nach 1woche permanent verfolgt und hat mir die kräfte geraubt, ich konnte mir auch noch lange nach der tour nicht erklären, wie das passiert ist, vergammelte sachen habe ich eigentlich nicht gegessen, übermässigen stress hatte ich auch nicht, um die magenschmerzen zu lindern, musste ich dann aller 3h etwas essen, mittlerweile glaube ich die ursache zu kennen, auf längeren ettapen, sobald der magen knurrt und gerade keine pause möglich ist, sollte man immer einen riegel, keks oder ähnl. parat haben, um den magen zu beruhigen, das aber hatte ich total vernachlässigt und das hat dann die restlichen tage doch etwas stressig gestaltet

oslo, 1. tag rückfahrt, bin gleich wieder eingeladen worden zum frühstück, noch im oslofjord, auch ein seefahrer wie fast alle dort, war total beeindruckt, schenkte mir gleich noch ein riesenpacket an original seekarten
schwedische westküste, (gewicht 3kg) ich konnte sie dann leider für die rückfahrt nicht benutzen, habe aber eine wasserdichte rolle mit packetklebeband drausgemacht, um sie am kat zu befestigen, und da blieb sie dann auch, war zu hause sogar noch relativ trocken,

oslofjord rückfahrt, im letzten moment in der endlosen felsenlandschaft rettenden strand gefunden

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tag drauf skaggerak, steile welle, wieder riesen drama, die andere seite der vorstagsbefestigung ist abgebrochen, dramatik muss ich nicht nochmal beschreiben, siehe vorhergehende berichte, einziger unterschied, es gab keine felsen in der nähe, wieder zurück nach norwegen, netter hafenmeister hat mir wieder passendes teil gebaut, vollig problemlos, ein tag eingebüsst gings weiter richtung süden,

koster, geschützter hafen, draussen war die hölle los

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45 km überfahrt nach insel koster (mittagspause,traumhaft), wieder kritische situation bei weiterfahrt, wind hatte schon stärke 6 west zugenommen, ich musste aber noch ein kleines stück (1km) offenes meer fahren, um hinter die nächsten inseln zu gelangen, legerwallsituation , riesen brandungswellen, ich hab die situation vollig unterschätzt, war sehr leichtsinnig von mir, aber ich habs geschafft, 10x durchgeatmet dann gings ohne komplikationen die nächsten tage bis göteborg, insel rörö, an der kommt man einfach nicht vorbei, ist mir ans herz gewachsen, habe ich schon auf der hinfahrt besucht, habe energien für die überfahrt nach skagen gesammelt,

bei lysekil

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nächsten morgen war ich mir dann nicht mehr so sicher, ob ichs machen sollte, entfernung ca. 60 km, wind sehr schwach 1 bft aus nordwest, ausserdem habe ich in der zeitung gelesen, daß eine regenfront im anzug sein soll und ob das vielleicht mit einem unwetter einhergeht, aber davon war absolut nichts zu sehen, nur sonne und hitze, also bin ich erstmal vorsichtig losgefahren, es ging dann auch sehr gut, ich habe das boot optimal getrimmt, maximale höhe, gepäcksack auf die rumpfspitze gelegt, um das gewicht nach vorn zu bringen, verringert widerstand, wasser war fast glatt, aber der wind blieb gleichmässig, so war ich doch recht schnell drüben, habe die nordspitze von skagen knapp links liegen lassen und bin dann 2km später angelandet, 5 min später waren schon am horizont die gewitterwolken zu sehen, wieder mal schwein gehabt,

skagen, im hintergrund zieht schon das unheil heran

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der kontrast zwichen der schwedischen und dänischen küste ist gewaltig, eben noch felsen, jetzt nur noch sand soweit das auge blickt, auch der bootsverkehr ist extrem anders, gabs in schweden 100erte boote, hier gabs kein einziges und ich sollte auch später noch erfahren, warum das so ist,

nachdem ich die überfahrt von göteborg nach skagen glücklich überstanden habe, gings die nächsten tage zwichenzeitlich mit meiner seeligen verfassung etwas bergab, ich fühlte mich weiter von zu hause weg als in oslo, hier gab es kaum eine menschenseele, die strände waren 10x so gross wie an der ostsee, überall standen schilder mit totenköpfen "baden strengstens verboten" , ich fühlte mich, als wäre ich auf dem mars gelandet, auch das wetter erzeugte eine unheimliche stimmung, es war bewölkt mit ab und zu regen, schlechte sicht, wind west3, angst und fremde lag in der luft, also beste voraussetzungen für entdeckertum und viel adrenalin,

mein plan war, die jammerbucht entlang zu segeln, wenn man schonmal hier war, ins limfjord rein und dann zurück richtung heimat, bis hirtshals bin ich gut hochgekreuzt, aber kaum um das kap herum, hatte ich plötzlich sehr steile see gegenan, musste mich schon sehr konzentrieren um die wellen gut zu parieren, mein erstes landungsmanöver knapp hinter hirtshals lies dann schnell klar werden, daß man es hier mit ganz anderen naturgewalten zu tun hatte als in der ostsee, (obendrein gefährliche buhnen)

jammerbucht, wanderdünen 100m hoch, später frischte wind auf, etmal 140km

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nächster tag war dann der stressigste der ganzen tour, früh gut durch die brandung rausgekommen weil die see zum glück noch ruhig war, kurs war so hoch wie möglich am wind, am land lang fast schon gekniffen, wind drehte im laufe des tages von west auf nordwest zunehmend, ich habe pause sehr lange herausgezögert um nicht zu viel an gewonnener höhe zu verlieren, bis ich irgendwann nachmittags dann doch nicht mehr konnte und nach ca 60km völlig gestresst landete, (torup strand), aber diesmal war die brandung schlimmer und kam seitlich hereingewischt, hat mir den kat 20m weggerissen, bei jeder welle wurden unmengen an sand mit aggressiven kleinen steinen bewegt die laute knallende geräuche am boot erzeugten, ehe ich mich versah, war der kat schon halb im lockeren untergrund verbuddelt und ich konnte ihn gerade noch wieder freiheben und höher ziehen, so richtig gemütlich pause machen war hier auch nicht möglich, die brandung machte einen lärm wie ein düsenjet, ich lief ca 3-400m hoch um hinter die dünen zu gelangen, hier war es ruhig, aber ich musste ständig aufstehen um einen blick zu werfen, weil die tide sehr schnell steigen und das boot mitreissen konnte, also hier gab es keine ruhe, mir wurde das dann auch immer unheimlicher, hier wollte ich einfach nicht mehr bleiben, und nur gegen wellen anknüppeln hatte ich auch keine lust mehr, wollte nurnoch umdrehen und mit gutem wind zurück, also beschloss ich hier, limfjord sein zu lassen und den heimweg anzutreten, habe suppe hecktisch hintergeschlürft, dann das meer eine weile beobachtet und eine taktik gesucht heil durch die brandung zu kommen, schaulustige haben sich auch ungläubig positioniert, die haben hier wahrscheinlich noch nie einen kat gesehen, jetzt durfte ich nicht versagen, aber ich war mir genauso unsicher wie die leute, also gute miene zum bösen spiel, unschuldig pfeiffen, alles nochmal festgezurrt und los gings, das wichtigste ist ordentlich dampf auf die segel zu geben damit man genügend power hat, schnell und manövrierfähig, um sich zwichen den brechern durchzuschlagen, ausserdem muss man höllichst aufpassen nicht vom boot gespült zu werden und wenn das boot kentern würde, wäre es durch das trampolin sehr angreifbar und zerbrechlich oder der mast bohrt sich in den untergrund, letztendlich konnte ich nicht ausweichen und bin voll in einen brecher reingerammt, kam auf der anderen seite wieder raus, zwar 10m zurückgeworfen, aber habe es geschafft, habe drei laute jubelschreie losgelassen, dann ging es mit volldampf und achterlichem wind zurück bis hirtshals, bin an dem tag ca 140 km gefahren, 65 hin + 75 zurück, war total im eimer, boot hat auch gelitten, kleine microlöcher in den rümpfen von den steinen, habe bestimmt 60kg wasser spazieren gefahren, bemerkt man auf vorwindkursen garnicht, wenn man eine monsterwelle nach der anderen absurft, erst als ich boot aus dem wasser ziehen wollte,

hirtshals, rümpfe geflickt

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nächsten halben tag rümpfe mit gfk reparaturset geflickt dann gings weiter mit west5 und schrecklichen wellen aber zum glück achterlich, da macht es sogar richtig spass und ich war immer wieder froh mich für diesen rückfahrtkurs entschieden zu haben, skagen highspeedmässig im abstand von 200m gerundet, 100te schaulustige, springflut war noch das geringste problem und daß sich danach ein schlimmeres wellensystem aufbaute, was ich aber nicht erwartete war, daß der wind im selben moment auch löchrig wurde, ich hatte keinen konstanten druck auf dem segel um das boot gleichmässig zu kontrollieren, also bin ich komplett runter vom gas, gewicht nach achtern, habe mich zeitlupenmässig vorbeitreiben lassen, strömung kam von hinten, habe den schaulustigen zurückgewunken
bin noch bis saeby bei mittlerweile 6 bft aber kleiner ablandiger welle gefahren (100km in ca.4h) diese superbedingungen sollten dann die nächsten tage auch bleiben, boot schien auch wieder fit zu sein.


nächster tag war nochmal einer der besten der tour, in saeby gestartet gings mit nordwest 5-6 die aalborgbucht runter, superbedingungen wie auf einer präparierten highspeedstrecke, ablandiger wind, wasser über weite strecken nur 1m tief, ca.3 km vorgelagerte sandbankstreifen, dadurch auch wenig böiger wind weil weit genug vom land weg, auf einer länge von 80-90 km, superkleine welle, neue geschwindigkeitsbestmarken gesetzt, hier zeigt sich der grosse vorteil des tourensegelns, man muss die ganze strecke abends nicht wieder mühselig zurückkreuzen, um seinen "leihkatamaran" pünktlich abzugeben, und die schnellsten kurse sind nun mal die raumwindkurse, ich segle gern in waterworldmanier, d.h., das boot hält selbst kurs, indem ich die ruderstellung mit einem seil fixiere, die schwerter hochziehe, dann kann ich andere dinge tun wie zb., trimmung optimieren, auf dem boot rumlaufen, ausschau halten, imbiss zu mir nehmen, oder einfach rumdösen, während das boot endlos kilometer frisst (achtung sicherheitsfanatiker, ich bin natürlich immer mit dem boot verbunden, grossschot-ende schlaufe am handgelenk)
seehundkolonien nur im vorbeifliegen gesehen, sonne ohne ende, traumhafter tag, wurde noch dadurch gekrönt, daß ich direkt auf einer sandbank übernachtete, (besser hab ich nie geschlafen) bei "lystrup strand" ca. 30km vor grenaa,

sandbank, bestes schlafklima

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tag drauf gabs einen kleinen vorgeschmack auf die nächste halbe woche, nämlich drückende hitze und wind so schwach, daß man sich nicht entscheiden konnte, ob man überhaupt losfährt, und auch noch von achtern, so daß es keinen kühlenden effekt hatte und so langsam, daß ich während der fahrt zu 90% schlief, nur ein auge war noch wach um den kurs zu kontrollieren,

beachtlicher cupeffekt bei grenaa, kreuz-kappel-monsterwellen von hinten, in entgegengesetzter richtung fahren wäre unmöglich gewesen,
die nächsten etappen waren dann grenaa und tag drauf fährhafen bei ebeltofft, wieder mal spektakuläre wellen von der katamaranfähre, diesmal aber extrem langgestreckt durch flache grundbeschaffenheit, welle bricht schon weit draussen hält den zustand dann ca. 1 min lang, eine rege surferszene hat sich hier auch schon angesiedelt, liegen den ganzen tag am strand und warten auf die welle

grenaa, boot an 20m seil gesichert, letztes foto der tour, kamera leer

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nächster tag gings rüber auf der fährroute nach "seelands odde" 40km, daß ich das überhaupt schaffte war ein grosses wunder, wind nordwest 0-1 , ich musste all meine trimmkünste anstrengen (ähnlich der überfahrt von göteborg nach skagen) um das boot überhaupt in fahrt zu bringen, wasser war aalglatt, wind ging wahrscheinlich erst in 2-3 metern höhe los, wie von geisterhand gezogen, bin ich rübergefahren, kursabweichungen von nur ein paar grad liessen den kat sofort stehenbleiben und ich musste wieder einen beschleunigungsbogen fahren, aber dann war ich bestimmt 3mal so schnell wie der wind, was soll ich sagen, drüben angekommen, halbe stunde später war totalflaute, ich war zufrieden, eine übernachtung mitten auf dem see wäre nicht so gemütlich gewesen (hohes schiffsaufkommen und starke strömung), aber es gab immer noch ein problem, ich hatte noch keinen geeigneten strand zum anlegen gefunden und boot fuhr keinen mm mehr, überall nur grosse steine, es gab 2 möglichkeiten entweder ich zog das boot ca 1km bis zu einem geeigneten sandstrand (bei 35 grad im schatten und laufen auf grossen glitschigen steinen, oder paddeln mit steckschwert hatte ich nicht unbedingt bock drauf) oder ich liess boot hier im wasser stehen mit einem grossen stein als anker, für letzteres hab ich mich dann entschieden, ich konnte nur hoffen, daß der wind über nacht nicht auffrischt und keine grosse welle macht, dann müsste ich das boot auf den steinstrand ziehen,
nächster tag war der heisseste, erst gegen mittag konnte ich losdümpeln, wind stärke 0-1 von hinten, bis hundested (genauso fühlte ich mich auch) eingang zum isefjord und roskildefjord, wahrscheinlich hat man mir es angesehen, der erste däne bot mir ein bier an, ein anderer stellte mir eine dusche zur verfügung, genau das was ich jetzt brauchte, die letzten 2 tage haben mich extrem geschlaucht.

so, jetzt kommt langsam der endspurt, für mich gabs, ob meiner nachlassenden kräfte, nur noch eine losung, die hiess, schnell nach hause kommen, es sollte aber noch 5 tage dauern,

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über nacht kam wind auf, ich freute mich schon, der erste blick aus dem zelt liess erkennen, sonne und wind stärke 5-6 aber nun aus nordost, na prima, auf die letzten tage noch ordentlich gegenanknüppeln im kattegat, ich wollte ursprünglich richtung osten, oben in den öresund rein und dann direkt nach süden bis stralsund, ich habs eine weile probiert aber die wellen waren einfach zu heftig, also bin ich den ganzen kram, den ich mir tags zuvor mühselig erkämpfte, in einem irren speed zurückgesegelt, nach ca. 1h im zeitraffer wieder vorbei an seelands odde, haarscharf cup gerundet, diesmal mit spektakulären strömungseffekten d.h. meterhohe wellen prallen auf eine linie, 1m danach ist aalglattes wasser, voll durchgeheizt, doch vorsicht, hier kann es selbst für strandkats sehr flach werden (steine!), highspeedmäßig insel sejero links liegen lassen, wieder selbiger cupeffekt, ich rechnete mir aus, wenn der wind so bleibt, daß ich heute das etmal meines lebens fahren könnte, mindestens 150 km, durch den grossen belt, dann links rein ins schmalandsfahrwasser und vielleicht bis an die ostküste von falster,
mein rechtes ruder machte unruhige zappelbewegungen, ich konnte aber erstmal nicht herausfinden, was das problem ist, also einfach hochgeklappt und weiter gings mit nur einem ruder, völlig problemlos auf vorwindkursen, nächstes cup bjornstrup auch wieder knapp gerundet, bin noch 2-3 km gefahren und plötzlich, als würde jemand am schalter drehen, totalflaute, das kann doch nicht war sein, es kommt eben immer alles anders als man denkt, das ist nix für schwache nerven, ich musste noch 2km paddeln bei 35 grad, bis zur nächsten landzunge havnemark, badebucht, strand war nicht 100% gut zum landen, also hab ich boot im wasser stehen lassen, 50cm alupflock, den ich immer mit dabei habe, im grund verankert und boot drangebunden, während sonnenbad boot beim schwoien beobachtet, hier gibts immer noch tide,

ruder inspiziert, scharnier gebrochen, auch das noch, dafür hatte ich nun überhaupt kein ersatzteil mit, würde ich nur mit einem ruder nach hause kommen? auf raum und vorwindkursen zur not ja, aber nicht auf amwindkursen und schon garnicht, wenn sich das einzig funktionierende ruder in luv befindet, ich hatte genug zeit zum nachdenken, der wind würde heute sowieso nicht mehr kommen, hab mir dann erstmal die gegend angeguckt,

bei einer anderen tour (zufällig auch seelandrund) ist mir im kattegat, das ganze ruderblatt durchgebrochen, das sah im ersten moment aus wie eine grosse katastrophe, es hätte ja auch den ganzen dünnwandigen heckspiegel rausreissen können, ich bin erstmal weitergefahren und habe eine weile nachgedacht, dann ging alles ganz schnell, in kleinerem dorf angelegt, leute angesprochen, hatten auch zufällig komplette komfortable tischlerwerkstatt und passendes stück sperrholz dabei, habe mit dem anderen ruder umrisse aufgezeichnet, mit stichsäge ausgesägt, mit bandschleifer vorn gerundet hinten geschärft, löcher gebohrt, sogar schnellanstrich hats noch gekriegt, was soll ich sagen, in 1h war das ding fertig, sollte nur ein heimbringer werden, damit fahr ich heute noch, nebenbei neue freunde kennengelernt und lecker mittagessen bekommen

aber so ein scharnier ist ein filligranes teil, was man nicht so einfach nachbauen kann, denn das ruder darf ja keinen mm klappern, es entstehen sonst hohe kräfte,

in der grössten not hat man immer die besten ideen, ich habe die 2 hälften des scharniers mit glasfaser und gfk geschient, als heimbringer musste das reichen, es machte einen soliden eindruck,
nächster tag erst ab nachmittag wieder wind aus nordost stärke3 später sogar 5-6, habe das reparierte ruder vorsichtshalber oben gelassen, strände langgedüst, grosser belt, jammerlandbucht und musholmbucht, ein laser fühlte sich angspornt mit mir um die wette zu fahren, startete aus günstiger position und unternahm sämtliche verrenkungen um an mich heranzukommen, er hatte nicht die spur einer chance, ich beobachtete das tun nur nebenbei gelangweilt mit kopfaufgestützt, während ich einen apfel aß,

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die letzten 3 etappen haben mich nochmal komplett gefordert, früh in korsor an der grossen belt brücke gestartet, blieb ich mitten auf dem schmalandsfahrwasser in einer totalflaute hängen, diesmal war paddeln zwecklos, entfernung zum land ca. 10 km, zum glück konnte ich eine yacht durch winken auf mich aufmerksam machen, hat mich dann 3h geschleppt, mir war schlecht von den abgasen und der hitze, bis avno fjord, knudshoved odde, anlanden war nicht ratsam, grosse felsen und steine, also boot an den holzpfälen einer reuse in 1m tiefem wasser festgebunden, eine der ungünstigsten methoden einen a-cat zu parken, hoffentlich kommt kein wind, vorsichtshalber übernachtete ich auf dem boot, um alles unter kontrolle zu haben, nach ca. 1h einschlafversuch wurde ich unsanft geweckt, der wind ist wieder gekommen und ich befand mich plötzlich mitten in der brandung, zwar nicht stark, aber ausreichend um mir die nacht zur hölle zu machen, das boot hat so unmögliche ruckartige bewegungen vollführt, daß mein sowieso schon angeschlagener magen vor freude noch 3 saltos extra machte, aber als echter seemann verlässt man sein boot erst wenn es untergeht, hab keine minute geschlafen und mir war kotzübel, hab bei frühester dämmerung meine sachen gepackt, bin weitergesegelt um mir einen ruhigeren ablandigen schlafplatz zu suchen, die wärmende vormittagssonne hat mich dann langsam wieder geheilt,

letzter tag: überfahrt falster ostküste bei gedser zum darss, entfernung ca.30 km, sicht extrem schlecht, wind nordost1, welle so gut wie keine, wieder so eine langsame zitterüberfahrt, nach 4h tauchte der leuchtturm vom darss wie aus dem nichts auf, da ich keine höhe verlieren wollte, habe ich mir die pause verkniffen und bin nonstop bis stralsund durchgesegelt, nicht gut für meine kräfte, aber heute am letzten tag war mir alles egal, ostsee hat sich in den letzten 4 wochen sehr verändert, stand extrem in der blüte, wegen des heissen sommers, ich musste aller paar minuten nacheinander schwerter und ruder von kraut befreien, bei einfahrt in den bodden wurde der wind wieder stärker und kam nördlicher, hier ahnte ich noch nicht, daß in den nächsten 3 stunden der stärkste sturm auf meiner ganzen tour kommen sollte, der himmel war blau und es war nichts schlimmes zu sehen, der wind nahm weiter zu stärke5, die letzten 2-3 km bis zum zielhafen habe ich gerade noch geschafft, konnte den cat an land ziehen und segel runter, da war es schon stärke 6-7, da hab ich mir immer noch nichts schlimmes dabei gedacht, bin erstmal in die hafenkneipe, um mir mein erstes vernünftiges essen seit 4 wochen (matjeshering mit salzkartoffeln und rohkostsalat) zu bestellen, wollte es mir am freisitz bei bier gemütlich machen und meine erlebnisse dem hafenmeister berichten, da war es schon eine 8, jetzt wurde es mir doch langsam zu blöd, ab 9 fliegt mir das ganze boot weg, habe schnell 3 leute organisiert, 4mann 4ecken haben wir das boot zu meinem stammplatz getragen, hier konnte ich es verankern, danach habe ich in aller ruhe mein essen zu mir genommen und nebenbei genüsslich ein naturschauspiel verfolgt, daß wieder mal alle meine erwartungen übertraf,
ich weiss nicht, was mir das meer noch für eine abschiedsbotschaft hinterherschicken wollte, ich fühlte mich wie selten euphorisch gut, ich habe es geschafft, ich war in sicherheit, der hafenmeister beantwortete meine frage nach der windstärke jetzt mit 11, der muss es ja wissen, sämtliche boote auf dem wasser gerieten in seenot, weil sie nicht so schnell gerefft haben, das dauerte noch ca. 15 min danach gings langsam zurück, das muss ein wirbelsturm gewesen sein, mensch was ich wieder für ein schwein gehabt habe, wenn mir das wo anders passiert wäre,

resumee:

ich glaube, ich habe letztlich viel glück gehabt, in bezug auf wind und wetter, kaum gewitter wie in anderen jahren,
die frage, ob ich so eine fahrt mit so einem boot weiterempfehlen kann, würde ich mit jein beantworten, sportkatamaran auf jedenfall, aber hochgezüchteter a-cat mit überlangem mast ist schon etwas speziell, auch die rumpfform ist beim a-cat doch mehr auf geschwindigkeit als auf wellentauglichkeit hin optimiert, es gab schon manchmal situationen in denen man sich eine etwas bessere stabilere konstruktion oder mehr segelfläche gewünscht hätte, aber in 95% aller fälle ging das voll in ordnung mit der minimalistischen philosophie, alles mit einem segel zu fahren und ohne die möglichkeit zu reffen, aber alles zu trimmen,
auf jeden fall habe ich viel über material kräfte etc.gelernt, auch wie man sich unterwegs mit einfachen mitteln behelfen kann, am katamaran ist prinzipiell alles erneuerbar, ist sehr wartungsfreundlich, das gebrauchte boot ist preisgünstig und ich weiss nicht, ob ich so eine tour mit einem nagalneuen teuren boot gewagt hätte, dann wäre es im schadensfall zb. bei totalverlust doch sehr teuer geworden, diese fahrt hat meinen geldbeutel sehr minimal beansprucht, ich habe in 4 wochen so viel geld ausgegeben wie andere an einem tag.

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