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gekürzt:
S:
du hast dir ja mittlerweile
ein wissen angeeignet, was man glaub ich selten findet hierzulande,
und hast ja so nebenbei auch noch das "absolute
gehör"
STEFAN:
nee, das hab ich bestimmt nicht
S:
ja, aber du hörst ja
zb, ob ein netzkabel am pc links oder rechtsrum reingesteckt ist,
oder ob es spiralförmig gewickelt ist
STEFAN:
ja, das höre ich, aber nur in meiner vertrauten
hörumgebung, sagen wir mal so, ich habe mich in dem bereich beschäftigt,
der für mich jetzt wichtig ist, also 2spur stereo, das, was wir
an musikmaterial bekommen, auf platte zu überspielen, mit den
möglichkeiten, die wir haben, in der ganzen kette (galvanik,schneidgerät,
mastering etc.) alle geräte, die da dazwichenhängen,
sollte man genau verstehen und beeinflussen können, was ganz wichtig
ist, damit sammelt man halt erfahrung, das, was in den büchern
steht, sagt ultrawenig aus, wie es hinterher akkustisch funktioniert
S:
du schraubst ja auch
10000 euro geräte auf, um nach einem kurzen prüfenden blick zu
erwähnen, daß du das teilweise anders gebaut hättest und wo sie
wieder was eingespart haben, scheust dich auch nicht, gleich mal
drin rumzulöten, um die schaltung zu verbessern, wo jeder andere
die hände hebt, für dich ist nichts heilig
STEFAN:
ja, es gibt kein heiligtum
für mich
S:
du willst ja auch nicht
nur irgendeine schaltung einfach kopieren, sondern willst genau
wissen, warum haben die das so oder so gemacht?
STEFAN:
genau, und das ist durch messtechnik alleine nicht
zu ermitteln, messgeräte sagen bloß aus, daß das gerät technisch
funktioniert, daß vorn ein signal reingeht und hinten wieder raus
S:
aber nicht, ob das gut
klingt
STEFAN:
genau, und der 2. grund warum ich mich damit beschäftige,
ist die enorme geldersparnis,
man könnte sich auch alles kaufen oder bauen lassen, nur, daß
das dann hölle viel
geld kostet, und dann weiss man ja immer noch nicht, ob das die
beste lösung ist, ich habe auch nicht die möglichkeit, mir hier
in leipzig 10 eq's
anzuhören, um mich dann für einen zu entscheiden, ich müsste dann
weiter weg fahren, dafür hab ich nicht die zeit, es ist jetzt
auch so, wenn ich in ein gerät reinschaue oder einen schaltplan
ansehe, kann ich schon vorher grob sagen, ob das gerät für mich
funktioniert, noch bevor ich es gehört habe

S: ok,
soweit zur einleitung, kommen wir zum eigentlichen thema, du hast
ein projekt geplant, was hast du vor, und warum?
STEFAN:
ja, es wurde nicht direkt von mir geboren, es hat auch
andere ursachen und die heissen soundcraft-pult
hihi (damit meint er scherzhaft mein mischpult, d.verf.),
also es hat damit zu tun, daß ich öfters bei stolle
mit im studio rumsitze
(damit meint er mich, d.verf.) und mir gesagt habe, es
ist zwar alles gut und schön, was wir hier machen, aber wir kriegen
das noch nicht ganz so hin, wie wir das gerne hätten, man denkt
immer, man ist zu blöd dazu, oder so, man muss aber erstmal verstehen,
daß bestimmte signale bestimmte formungen kriegen müssen, die
vorher akkustisch aufgenommen worden sind, hinterher gut klingen,
also nicht messtechnisch sondern akkustisch, dazu braucht man
einen bestimmten vorverstärker
mit bestimmten modulen und bestimmten baugruppen, die bestimmte
eigenschaften haben, normalerweise haben pulte, die seit etwa
15 jahren gebaut werden, ultralineare
eigenschaften, aber keinen eigenen grundklang
S:
keinen charakter
STEFAN:
so ist es, es bringt nix 1zu1
S:
man soll ja auch die
technik hören
STEFAN:
ja, den sound macht nicht das instrument alleine, sondern
die nachfolgende technik, ein kleiner vorverstärker mit ein paar
bauelementchen der irgendwo so auf 5 quadratzentimeterchen rumsitzt,
bringt nicht die soundfülle
und die wucht, die
halt ein etwas ausgeklügelter, sag ich mal, nach altmodischem
system funktionierender vorverstärker hat, heute baut man ja auch
nur noch nach kalkulation und verkauf, es geht heute hauptsächlich
ums geldverdienen
S:
früher war das zeug
ja für einen normalsterblichen unbezahlbar
STEFAN:
was sich heute zur not jeder leisten kann, waren früher
werte, die einfach nicht bezahlbar waren, sowas konnte nur von
riesenstudios bezahlt werden, die wirklich millionenauflagen hatten,
und das geld wieder reingekommen ist
S:
na, das funktioniert
ja heute auch nicht mehr
STEFAN:
und die sache war halt die, das wir gesagt haben, ok,
neues pult ist nicht, ist zu teuer, so ist es dann passiert, das
ich ein paar ältere vorverstärker geschenkt bekommen habe, von
äh...
S:
aus der DDR
STEFAN:
genau, aus der DDR, wo ich mir gesagt habe, wenn ich
16 davon zusammen kriege baue ich die in ein rack ein, daß man
die richtig als outdoor (out of regieraum) micropreamps
nehmen kann, das problem war dann einfach, daß ich nicht so viele
bekommen hab, wie ich brauchte, ich habe dann aber noch andere
module bekommen mit ähnlichen übertragern und die übertrager
sind immer das teuerste an so einer vorstufe,
also locker 100 euro pro stück und die idee war die, ich habe
halt die übertrager, bauteilemässig kann man sich alles kaufen,
das kostet vergleichsweise nichts heutzutage, die schaltung direkt
nachzubauen, war nicht sinnvoll, weil ich ein paar sachen natürlich
noch besser haben wollte, sie soll eine bestimmte klangeigenschaft
haben, mit lauten und leisen signalen eine bestimmte symbiose
eingehen, daß man so einen verstärker gut nutzen kann, um so ein
paar sachen zu modellieren, ohne einen compressor zu nehmen, ohne
eq zu nehmen, ohne direkt eine klangfälschung zu hören, sondern,
das ist ein eindruck, der hinterher funktioniert als mehrspursystem
S:
also, daß die dynamic
gehörmässig erhalten bleibt, aber technisch schon komprimiert
ist
STEFAN:
genau, und da gibt es bestimmte sachen, wo halt ein übertrager
im eingang ganz gut ist, dazu gehört halt transistortechnik,
die in Class A funktioniert,
nicht unbedingt symetrisch, sondern unsymetrisch
ausgeführt, also uralt-class-a-technik, dazu gehört unter umständen
noch eine kleine röhre
mit rein und ein passabler ausgangstreiber,
ich meine, auf dem markt gibt's schon vergleichbare geräte, kostenpunkt
ist aber ab 300-800 euro aufwärts pro verstärker, und das x16
war einfach nicht bezahlbar, und ich gucke mal, daß ich jetzt
auf dauer so langsam einen kanal entwerfe, wie ich ihn haben will,
dann natürlich akkustisch teste, wie er am besten funktioniert,
so db-mässig, wie
die kompression
funktioniert, wie das klipping
klingt, an welcher stelle es wie klippen soll etc.
S:
ich sag mal, uns bleibt nichts anderes übrig, wir machen an der
stelle später weiter, mit vielleicht schon ersten testergebnissen,
danke!
fortsetzung
folgt

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