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huckepack sound (veloaudiosound)
interview frank patitz
(nov.'03)

S: Du hast ein Soundsystem entwickelt, eine ultrafette Lautsprecherbox in Form eines Fahrradanhängers. Was ist die Philosophie dahinter, wofür willst du es nutzen?

F: Mobile Soundsysteme sind ja bekannt durch Boomcar-Contests in allen Kategorien, wo eben halt an irgendwelche PKW's Starkstromkabel angeschlossen werden und es da in erster Linie um Schalldruck geht, also um Dezibel. Da gibt es halt verschiedene Wettkämpfe und ich fand das sehr faszinierend, nur mit dem Unterschied, daß ich das unter musikalischen Gesichtspunkten uninterressant fand und habe nichts weiter als eine Car-Hifi-Stereoanlage, allerdings extrem Lo-Tec, mit einfachsten Mitteln umgekrempelt, also das, was andere Leute in ihre Autos reinbauen, habe ich in einem bestimmten Zusammenhang auf einen kleinstmöglichen Raum geschaffen, auf 1m³. Das Grundmass dieses 1m³ entspricht ungefähr dem, was man als DJ braucht, nämlich 2 Technics nebeneinander stellen, und einfach wie man so schön sagt, " 'ne Rille macht ", einfach Schallplatten drehen. Und das macht dann eben sehr viel Sinn, weil das ganze System wie eine Kugelbox ist.

S: Mono...?

F: Sinngemäß mono, obwohl stereo anliegt. Also eigentlich war die Grundidee mal, 'ne Klanginstallation zu machen, mit einem Basswürfel, der extrem beeindruckend ist, und irgendwann habe ich begriffen, daß es Bass ohne Mitten und Höhen nicht gibt, zumindest nicht ortbar in dem Sinn, also vom Raumgefühl her. Und da hat es sich als zwangsläufig erwiesen, daß, wenn man ein Auto umkrempelt, ist es ja sozusagen eine Kugelbox. Man kennt ja das berühmte Vorbeifahren der Boomcars, die dann sozusagen eine dröhnende Kulisse vor sich herschieben.

S: für alle die es nicht wissen: Was ist ein Boomcar?

F: Ein Boomcar ist sinngemäß ein Auto, welches in erster Linie dazu zusammengebastelt wurde, um möglichst beeindruckenden Sound zu machen, Car-Hifi in Hochkultur. Kommt natürlich immer alles aus Amerika. Der Gag an der Sache ist natürlich der, womit wir dann schon wieder bei dieser Clubidee wären, Microclubbing, womit nichts anderes gemeint ist, als Wohnzimmerparty, natürlich die Box sich sehr eignet, einen beeindruckenden Sound Indoor zu machen, also zumindest einen Sound zu machen, der entgegen allen üblichen Beschallungsanlagen immer das akkustische Zentrum des Raumes bildet, also sozusagen wie die Indianer ums Lagerfeuer tanzen, eben halt die neue Partygeneration um diesen Microclub oder Cube oder wie auch immer man das nennen will, drumrum tanzt. Dadurch, daß es auch wenig ist, man schleppt auch nicht 1000e Plattenkisten durch die Gegend, die man ja sowieso nicht hat, sondern lädt halt 2-3 Leute mit irgenwelchen Turnbeuteln ein, und die haben dort ihre eigenen Platten drin, und hat halt dadurch einen schönen Abend, weil man sich eben trifft, und gemeinsam Musik macht. Und um dieses gemeinsame Musizieren geht's mir im Endeffekt, wenn ich mit dem Ding unterwegs bin, auch in dem Sinne, daß man opperativ den Ort wechseln kann,

S: denn du brauchst keinen Strom.

F: Das Wichtige, was mich an dieser Idee auch fasziniert hat, ist dieses quasi Survival-DJ'ing, dieses Selbsthilfeding, in dem Sinne, daß es autark ist, also von Strom unabhängig, also man braucht keine Steckdose, es sind ja Autobatterien dran, wie auch bei den Boomcars ursprünglich mal nur Autobatterien dran waren, es sich aber später so hoch geschraubt hat, daß die Jungs dann, weil der Schalldruck eben auch Energiezufuhr braucht, an Starkstromsteckdosen mußten, um überhaupt ihre Kisten laut zu machen, was ich dann schon ein bißchen pervertiert finde.

S: Wie laut bist du?

F: Das habe ich noch nicht gemessen. Es geht ja auch nicht in erster Linie um Lautstärke. Die Herausforderung beim Bau dieser Kiste war, eine Einigermaßen-Lautstärke zu erzielen, die einen guten Sound hat, im Verhältnis zu dem, was an Mitteln eingesetzt wurde, also dieses physikalische Experiment, die Ballance zwichen Mittel und Wirkung, weil, man muß ja dabei beachten, daß die Autobatterien grundsätzlich nur eine bestimmte Zeit halten, und daß die Leistung nur eine bestimmte Lautsprechergröße zulässt. Also der Verstärker, der da drin ist, ist ein ganz normaler Car-Hifi-Verstärker, 500 Watt 2-Kanal, also sozusagen Mitten und Höhen ein Kanal und Bass ein Kanal. Das ist so gut eingestellt, mit regelbarer Frequenzweiche, daß man eben halt dem Raum angemessen, den Bass hoch oder runter regeln kann.

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